All Terrain Board

Das Allterrainboard: Ein Brett für alle Fälle

Ob am steilen Grashang, auf dem staubigen Waldweg oder am endlosen Flutsaum – das Allterrainboard (ATB), oft auch schlicht Mountainboard genannt, ist das Schweizer Taschenmesser unter den Boardsportgeräten. Während herkömmliche Skateboards vor jedem Kieselstein kapitulieren, fängt der Spaß beim ATB dort an, wo der Asphalt aufhört.

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Doch „Allterrain“ bedeutet nicht „Einheitsbrei“. Die Technik des Boards lässt sich präzise auf das bevorzugte Revier abstimmen.

1. Das Deck: Die Seele des Boards

Das Herzstück eines jeden ATBs ist das Deck. Hier entscheidet die Konstruktion über das Fahrverhalten. Die Faustregel lautet: Einsatzzweck bestimmt den Flex.

Steife Decks: Wer sich mit Highspeed die Berge und Hügel hinunterstürzt (Downhill), braucht Stabilität. Ein steifes Deck verhindert das gefährliche Aufschaukeln bei hohen Geschwindigkeiten und bietet direkte Rückmeldung vom Untergrund.

Flexible Decks: Für das Kitelandboarding auf Wiesen oder am Strand ist Flex gefragt. Ein weicheres Deck schluckt Unebenheiten wie Maulwurfshügel weg und dient beim Springen mit dem Kite als zusätzlicher „Pop“, um sich in die Luft zu katapultieren. Zudem schont es die Gelenke bei harten Landungen im Sand.

2. Die Achsen: Lenkpräzision vs. Laufruhe

Bei den Achsen trennt sich die Spreu vom Weizen. Je nach Disziplin kommen zwei völlig unterschiedliche Systeme zum Einsatz:

Die Skate-Achse (Bushing-Trucks)

Diese sehen aus wie klassische Skateboard-Achsen, sind aber deutlich massiver und breiter.

Vorteil: Sie sind leicht und agil.

Einsatz: Vor allem beim Freestyle und Kitelandboarding beliebt, wo jedes Gramm Gewicht bei Rotationen zählt. Sie bieten ein vertrautes Lenkgefühl, kommen aber bei sehr hohen Geschwindigkeiten schneller an ihre Grenzen.

Die Federachse (Channel-Trucks)

Das Schwergewicht für grobes Gelände und Downhill-Action. Diese Achsen arbeiten mit Stahlfedern und kleinen Kunststoffdämpfern (Eggshocks).

Vorteil: Maximale Laufruhe und Spurtreue.

Einstellbarkeit: Das ist der Clou – über Stellschrauben lässt sich die Vorspannung der Federn justieren. Wer es wendig mag, lockert die Schrauben; wer mit 50 km/h den Berg runterbrettert, zieht sie fest an, um „Speed Wobbles“ (Flattern) zu vermeiden. Oft lassen sich die Federn sogar in verschiedene Positionen umstecken, um den Hebelweg zu verändern.

3. Von der Wiese an den Strand

Was das ATB so einzigartig macht, ist die Unabhängigkeit. Während Snowboarder auf den Winter warten, nutzt der Allterrain-Boarder die Dynamik der Jahreszeiten:

Im Sommer: Hügel-Hopping und Slopestyle in den Mittelgebirgen.

Bei Wind: Mit dem Kite am Strand oder auf der heimischen Wiese die Kraft des Windes in Vortrieb verwandeln.

Fazit: Das ATB ist kein Nerd-Spielzeug, sondern eine hochgradig anpassbare Sportmaschine. Wer das Zusammenspiel aus Deck-Flex und Achs-Einstellung versteht, macht die ganze Welt zu seinem persönlichen Spielplatz.